{"id":119,"date":"2017-09-22T10:02:47","date_gmt":"2017-09-22T10:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/werdani.one\/?p=119"},"modified":"2020-10-15T11:50:29","modified_gmt":"2020-10-15T11:50:29","slug":"heutiger-bloedsinn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/werdande.de\/?p=119","title":{"rendered":"Selbstwirksamkeit und Trauma"},"content":{"rendered":"<p>SELBSTWIRKSAMKEIT ist aktives Handeln aus eigenem Impuls und Antrieb. Ein Aspekt unserer Selbsterfahrung, \u00a0der neben der Selbstrealisierung zur Selbstverwirklichung geh\u00f6rt. Nur wenn ich wei\u00df wer ich bin, was ich brauche und zum Ausdruck bringen m\u00f6chte kann ich auch Wege finden zu handeln. Dabei will dass, \u00a0was zum Ausdruck gebracht werden kann und soll oft erst im Verlauf eines Lebens entdeckt werden. Das was bereits in mir steckt als gepacktes, verdichtetes Potential wird im Verlauf einer Ent- Wicklung freigelegt. Entsprechend dieser Entwicklungsstadien haben wir auch unterschiedliche M\u00f6glichkeiten um Selbstwirksamkeit zu erfahren.<\/p>\n<p>In der Entwicklungspsychologie wird von Entwicklungsstufen und Lebensphasen gesprochen, die ein Kind durchl\u00e4uft. Entsprechend der jeweiligen Aufgabe dieser Entwicklungsstufe wird also von einem S\u00e4ugling die erfolgreiche Nahrungsaufnahme durch Saugen an der Mutterbrust , dann das Erhalten eines gew\u00fcnschten Objektes durch sein darauf hinkrabbeln und ergreifen und noch sp\u00e4ter das managen der ersten Gehversuche als erf\u00fcllende Selbstwirksamkeit erfahren.<\/p>\n<p>Wenn der physische K\u00f6rper so weit ausgereift ist, das Grob und Feinmotorik zur Erf\u00fcllung der Bed\u00fcrfnisse beherrscht werden, reift der emotionale K\u00f6rper heran. Er entwickelt sich im Alter von 3 \u2013 5 Jahren. Hier heisst Selbstverwirklichung, zu lernen,\u00a0 die Emotionen zu nutzen und zu managen. Gef\u00fchle in Ausdruck umzusetzen und zu erfahren, wie auf welche Emotionen reagiert wird.<\/p>\n<p>Selbstwirksamkeit geht mit einem tiefen Gef\u00fchl der Befriedigung und Selbstliebe einher.<\/p>\n<p>In wie weit es uns in unserem Leben gelingt, Selbstwirksamkeit zu erfahren, tr\u00e4gt wesentlich zu unserer Erfahrung von ganzheitlicher \u00a0Gesundheit bei.<\/p>\n<p>Aron Antonovsky, ein j\u00fcdischer Arzt, hat sich mit der Frage besch\u00e4ftigte, was Menschen eigentlich gesund erh\u00e4lt. Im Gegensatz zum bis dahin traditionellen medizinischen Vorgehen, bei dem bis dahin \u00fcberwiegend Risikoanalysen betrieben wurden und man sich damit \u00a0auseinandersetzte, was uns krank macht, begr\u00fcndete Antonovsky einen neuen Ansatz, der als Salutogenese bezeichnet wird. \u00a0Er \u00a0fand heraus, dass drei wesentliche Komponenten im Leben eines Menschen dabei eine Rolle spielen, und zwar die Verstehbarkeit, die Sinnhaftigkeit und die Handhabbarkeit\u00a0 von Lebensumst\u00e4nden oder Ereignissen.<\/p>\n<p>Die Menschen, die eine hohe \u00dcbereinstimmung mit dem Vorhandensein dieser drei Faktoren aufweisen konnten, waren \u00a0auf eine ganzheitlichere Weise gesund.\u00a0 Gesundheit kann hier als bio-psycho-soziale Gesundheit erfahren werden.<\/p>\n<p>Wenn wir also von unserem Verstand her verstehen k\u00f6nnen, was mit und um uns herum geschieht, mit unserem Herzen dem Geschehen eine pers\u00f6nliche emotionale Bedeutung oder Sinn geben k\u00f6nnen \u00a0und dar\u00fcber hinaus auf der physischen Ebene handlungsf\u00e4hig sind, mit der Situation selbstwirksam umgehen k\u00f6nnen, \u00a0bleiben wir gesund.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber Selbstwirksamkeit sprechen m\u00fcssen wir zwischen \u00a0aktiver Selbstwirksamkeit im Verlauf der Entwicklung in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und passiver Selbstwirksamkeit unterscheiden. Passive Selbstwirksamkeit stellt die Reaktion auf \u00a0die als bedrohlich oder unsicher erfahrenen Situationen oder Lebensumst\u00e4nde dar. Hier hei\u00dft \u00a0Selbstwirksam sein, Sicherheit herstellen k\u00f6nnen.\u00a0 Unser Nervensystem stellt uns daf\u00fcr verschieden Strategien zur Verf\u00fcgung, die sich phylogenetisch, das hei\u00dft im Verlauf der Entwicklung des menschlichen Wesens als erfolgreiche Strategien bew\u00e4hrt haben.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngste, uns Menschen eigene Selbstwirksamkeits-Strategie, die als erstes Anwendung findet, ist das Zur\u00fcckgreifen auf unser soziale Beziehungsf\u00e4higkeit und Kommunikation. Wer ist da, der mich unterst\u00fctzen kann, mich und was gerade geschieht sieht und mir helfen kann? Sich nach Hilfe umschauen, Hilfe rufen, einfordern und annehmen k\u00f6nnen sind hier wichtig. Auch unsere F\u00e4higkeit zur kognitiven Neu- und Umbewertung eines Ereignisses geh\u00f6ren dazu. Wir stellen uns dann Fragen wie \u201eIst das wirklich so bedrohlich, wie es aussieht? Ist es das wof\u00fcr ich es halte? Kann ich mit Kommunikation etwas erreichen? \u00a0Kann ich die wahrgenommene Bedrohung irgendwie zum Ausdruck bringen und werde geh\u00f6rt und verstanden?<\/p>\n<p>Wenn das nicht erfolgreich ist oder wenn die Bedrohung so gro\u00df ist, das unser Unterbewusstes bereits Strategie 1 als zu langsam und ineffektiv verworfen hat, wird auf ein instinkthaftes Verhalten umgeschaltet und es stehen uns \u00e4ltere archiaische Handlungsoptionen f\u00fcr unsere Selbstwirksamkeit zur Verf\u00fcgung.\u00a0 Entweder die Bedrohung aktiv anzugehen, den eigenen Raum zu behaupten und zu k\u00e4mpfen oder sich so schnell wie m\u00f6glich aus dem Staub zu machen. \u00a0Die Auswahl erfolgt aus dem Gehirnbereich, \u00a0der auf \u00a0mehrere Millionen Jahre alte Verhaltenserfahrungen \u00a0von \u00a0S\u00e4ugetieren zur\u00fcckgreift.<\/p>\n<p>Wenn auch das nicht erfolgreich ist, werden noch \u00e4ltere \u00dcberlebensstrategien aus dem Bereich des Stammhirns oder Reptilienverhaltens aktiviert. Hier stellt Erstarrung und Abwarten eine bew\u00e4hrte und energieschonende Strategie dar. Da Reptilien noch kein entwickeltes emotionales Zentrum haben, geht mit diesem Zustand auch das Einstellen von Empfindungen und emotionalem Erleben einher.<\/p>\n<p>Das Leben ist auf Abwarten ausgerichtet. Verdauung , Atmung und vor sich hin vegetieren, bis die Bedrohung vorbei ist.<\/p>\n<p>Traumatische Erfahrungen \u00a0sind Erfahrungen die so gro\u00df, so schnell, so \u00fcberw\u00e4ltigend waren, dass sie nicht gehandhabt werden konnten und oft \u00fcber lange Zeit hinweg weder verstehbar waren oder \u00a0Sinn gemacht haben. \u00a0Trauma stellt eine Erfahrung von fehlender reaktiver Selbstwirksamkeit dar.<\/p>\n<p>Die Energie, die f\u00fcr den Umgang mit der Situation aus unserem autonomen Nervensystem bereitgestellt wurde, kann nicht in wirkungsvolle Aktivit\u00e4t umgesetzt werden. Sie wird komprimiert und eingefroren, gemeinsam mit den Bewegungsprogrammen f\u00fcr spezifische Muskelgruppen, die bereits f\u00fcr eine auszuf\u00fchrende Handlung aktiviert \u00a0wurden.<\/p>\n<p>Die Aufl\u00f6sung dieser ungenutzten Energieblockaden f\u00fchrt dazu, das verzerrte Verhaltensweisen sich in harmonischen Selbstausdruck wandeln und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit gemacht werden kann.<\/p>\n\n\n<p>TRE- trauma und tensioning releasing execises ist daf\u00fcr ein \u00e4u\u00dferst wirksames Hilfsmittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Informationen dazu findest Du unter www. werdande.de\/Kursangebote TRE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SELBSTWIRKSAMKEIT ist aktives Handeln aus eigenem Impuls und Antrieb. Ein Aspekt unserer Selbsterfahrung, \u00a0der neben der Selbstrealisierung zur Selbstverwirklichung geh\u00f6rt. Nur wenn ich wei\u00df wer ich bin, was ich brauche und zum Ausdruck bringen m\u00f6chte kann ich auch Wege finden zu handeln. 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